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Ende der 70er Jahre schwappen erste Ausläufer einer neuen Technologie aus den USA nach Deutschland, Microcomputer, später auch PCs genannt. Namen wie Apple, Commodore oder Sinclair läuten mit Computern für jedermann ein neues Zeitalter ein.

1987 arbeiten noch weniger als 1000 deutsche Arztpraxen mit EDV. Bei den für diesen Bereich angebotenen Systemen dominieren Marken wie Siemens, Phillips, Nixdorf oder Olivetti. Die Preise für eine Einplatzanlage beginnen bei über 20.000 DM, die Bedienung der Software erfolgt umständlich ber zahlreiche, kryptische Kürzel. Dabei zeigen die Zeichen auf völlig neue Benutzeroberflächen: Commodore hatte den Amiga , APPLE den McIntosh angekndigt, ATARI den ATARI ST auf den Markt gebracht, und von Microsoft war für IBM-PCs ein Windows- Betriebssystem angekündigt. Die Gemeinsamkeit dieser neuen Benutzerschnittstellen waren die Möglichkeit mehrere Fenster mit unterschiedlichen Inhalten gleichzeitig anzeigen zu können, eine Steuerung des Systems mit einer Maus und über am Bildschirm eingeblendete Bediensymbole (Icons und Buttons).

Zu dieser Zeit arbeitete bei dem jungen Softwareunternehmen BIOSYSTEMS SRI GmbH in München ein Team von erfahrenen Entwicklern an der Software für Arztpraxen medic PC. Da zu diesem Zeitpunkt noch nicht absehbar war, welche der neuen grafischen Bedieroberflächen sich durchsetzen würde, wurde für medic PC eine eigene, systemunabhängige Oberfläche mit Fenstertechnik, Buttons und Maussteuerung entwickelt. Damit war die Software mit der identischen, einfachen Bedienung sowohl auf ATARI- wie auch auf IBM-Computern einsetzbar und stellte damit eine Revolution dar, nicht nur im Bereich der Praxis-EDV.

1988 wurde von der KBV die ADT-Datenschnittstelle für die papierlose Abrechnung per Datenträger definiert und eingefhrt. Auch die Entwicklung von medic PC war in einer ersten Version abgeschlossen und wurde erstmals auf der CeBIT in Hannover öffentlich vorgestellt. Im November 1988 erhielt medic PC als eines der ersten Systeme die KBV-Zulassung für die ADT-Abrechnung und wurde damit für den Verkauf füreigegeben.

Nicht nur in der Bedienung war medic PC damals revolutionär und dem Mitbewerb damit um Jahre voraus, auch in der Preisgestaltung setzte BIOSYSTEMS neue Maßstäbe bei den Anschaffungskosten und den Kosten für die Softwarepflege. Waren bis dato für eine Einplatz-Software mindestens 12.000 DM zu veranschlagen und für die laufende Pflege mindestens 100 DM pro Monat, mit entsprechenden Aufschlägen für jeden weiteren Arbeitsplatz, schockierte BIOSYSTEMS die Mitbewerber mit einem Verkaufspreis von unter 4.000 DM für eine mehrplatzfähige Vollversion und Updategebühren von weniger als 30 DM / Monat.

Trotz einem anfänglichen Mißtrauen der Ärzte, die erst mal nicht glauben konnten, daß eine derartige Leistung zu dem Preis machbar sein sollte, schaffte es medic PC innerhalb eines Jahres unter die Top-Ten in der Installations-Statistik der KBV zu kommen.

Die Funktionalität von medic PC wurde laufend weiter ausgebaut. Für manchen Konkurrenten diente medic PC fortan als Vorlage wenn es um neue nützliche Programmfunktionen ging. Zahlreiche neu entwickelte medic-Funktionen fanden sich deshalb nach einiger Zeit auch in anderen PraxisSystemen in ähnlicher Form wieder. Auch wenn es Anbieter gab, die dann diese Funktionen als neueste Errungenschaft der eigenen Entwicklungsabteilung marktschreierisch angepriesen haben, das Team von BIOSYSTEMS war stolz darauf, diese Marktentwicklung derart beeinflußt zu haben.

1994 wurde die Chipkarte als Ablösung für den Papier-Krankenschein eingeführt. Auch hier war medic PC wieder unter den ersten Systemen die eine entsprechende Zulassungsprüfung bei der KBV bestanden haben.

Eine 1995 hoffnungsvoll eingegangene Kooperation mit der Fa. fürey ADV verlief leider nicht wie vorher vereinbart und endete nach 5 Jahren schließlich in langwierigen, gerichtlichen Auseinandersetzungen. Die Vermarktung von medic PC wurde jedoch in dieser Phase zu Gunsten von fürey-Quincy-Programmen nicht weiter vorangetrieben. Gegen eine von fürey vorgesehene endglütige Einstellung von medic PC im Jahr 2000 setzten sich zahlreiche Anwender schließlich erfolgreich zur Wehr indem sie sich zur Interessengemeinschaft medic PC e.V. zusammenschlossen.

Heute, knapp 20 Jahre nach Markteinfhrung von medic PC arbeiten noch immer ca. 100 Arztpraxen mit diesem Oldtimer, der offensichtlich die täglichen Anforderungen an eine Praxis-EDV noch zur vollen Zufriedenheit der Anwender erfüllt. Und das, obwohl es bereits seit 10 Jahren die neu entwickelte 32-Bit-Windows-Variante IntraMed gibt, auf die medic-Anwender jederzeit kostenlos umstellen könnten.

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